Der „Zertifizierte Fachberater für betriebliches Entgeltmanagement und Nettolohnoptimierung“ zählt zu den Berufen mit Zukunft mit sehr guten Verdienstchancen.

Den Arbeitgebern gehen die Fachkräfte aus. Dabei werden umfangreichen Chancen zur Gewinnung von Mitarbeitern, zur Mitarbeiterbindung und Motivation durch intelligente Entgeltoptimierung in Deutschland von ca. 90 % der kleinen und mittelständischen Unternehmen nicht oder nur zu einem Bruchteil genutzt. Durch Beratung zur Auswahl geeigneter Lohn- und Gehaltsbausteine kann das Nettoeinkommen der Mitarbeiter ohne nennenswerten administrativen Mehraufwand spürbar erhöht werden. Gleichzeitig können durch Reduktion von Sozialversicherungsbeiträgen Personalkosten einspart werden. Dabei wird erhebliche Liquidität frei für die soziale Absicherung der Mitarbeiter durch eine bAV, bKV etc. Die Kosten für die Entgeltberatung sind i.d.R. durch diese Einsparungen bei den Personalkosten gedeckt. Lesen Sie diesen Beitrag zu den Möglichkeiten der Nettolohnoptimierung: 2018-10 Arbeit-und Arbeitsrecht 606 ff. Die zertifizierte Fachberaterausbildung können Sie auf dem E-Learning-Portal der byQuality-academy buchen: https://byquality-academy.de/kurse/fachberater-in-fur-betriebliches-entgeltmanagement/36/

 

Berufsbild: „Zertifizierter Fachberater für betriebliches Entgeltmanagement“

Aktuelle Situation:

Die berufliche Zulassung als betrieblicher Entgeltberater ist gesetzlich (noch) nicht geregelt. In der Regel sind Steuerberater, Gründungsberater, Unternehmens-Coaches, Personalberater, Finanz- und Versicherungsmakler, Bank- und Sparkassenberater und weitere Berater aus der Finanzdienstleistung in diesem Bereich der Unternehmensberatung meist selbständig tätig. Im Angestelltenverhältnis haben sehr selten Mitarbeiter aus der Lohn- und Gehaltsabrechnung eine Zusatz- oder Teilqualifikation in Fragen des betrieblichen Entgeltmanagement. Auch Organisationen aus der Unternehmensberatung und der Finanzdienstleistung lassen ihre Mitarbeiter/ Partner in der betrieblichen Entgeltoptimierung ausbilden. Die Fachberatung zum betrieblichen Entgeltmanagement ist ein Beruf mit Zukunft. Nur wenige Berater verfügen bisher über eine solide Ausbildung für diese Tätigkeit und wissen um die Möglichkeiten, sich mit entsprechendem Know-How selbständig zu machen. Offizielle Angaben über die Anzahl der in diesem Beruf Tätigen gibt es nicht. Das bekannteste Ausbildungsinstitut für dieses Berufsbild gibt ca. 200 Berater (2018) bundesweit an.

Aufgaben / Tätigkeit:

Die Tätigkeit umfasst die Beratung und fortlaufende Betreuung von klein- und mittelständischen Unternehmen in Fragen der Lohn- und Gehaltsoptimierung. Ziel ist, die Unternehmen zu den gesetzlichen Möglichkeiten einer Erhöhung der Mitarbeiter-Nettolöhne bei gleichzeitiger Einsparung von Personalkosten zu beraten, für die entsprechenden Ergänzungen in den Arbeitsverträgen zu sorgen und die zuverlässige Abwicklung der Entgeltzusagen zu organisieren bzw. diese zu vermitteln. Hierzu kooperiert der betriebliche Entgeltberater i.d.R. mit spezialisierten Entgeltdienstleistern. Die Beratungszielgruppen reichen von der Arztpraxis, Anwalts- und Steuerberaterkanzleien über Handwerksbetriebe, Taxiunternehmen, Sozialdienstleister (Pflege), Reinigungsfirmen, Transportunternehmen, IT-Firmen, Zulieferer, Maschinenbau, Produktion bis zu Versicherungsunternehmen, Bausparkassen etc…. Jede Branche ist für die Ansprache geeignet und i.d.R. auch offen. Zur Tätigkeit gehört auch die Beratung der Mitarbeiter bei der Auswahl geeigneter Entgeltbausteine.

Aus- und Weiterbildung:

Eine solide Ausbildung ist unabdingbar, da der Berater bereits in kleineren mittelständischen Unternehmen hohe Beträge über seine Empfehlungen verantwortet. Für diese Tätigkeit ist das themenbezogene Wissen zum Arbeitsrecht, Tarifrecht, Sozialversicherungsrecht, Steuerrecht, Reisekostenrecht, BAV-Recht, Pfändungsrecht sowie Teilbereiche der Lohn- und Gehaltsbuchhaltung erforderlich. Auch der Erfolg beim Aufbau von Kooperationsnetzwerken wird davon abhängen, ob solides, aktuelles und zuverlässiges Know-How in ein Netzwerk eingebracht werden kann. Für die Ausbildung sollten je nach Vorkenntnissen zwischen 60 bis 120 Lernstunden investiert werden, die auch berufsbegleitend absolviert werden können. Das bekannteste Ausbildungsinstitut in Deutschland ist die Köhlerakademie, die das gesamte Wissen zur betrieblichen Entgeltberatung mit der entsprechenden Anleitung zum vertrieblichen Vorgehen auf dem E-Learningportal der byQuality-academy anbietet. Für die fortlaufende Weiterbildung sollten ca. 5h/Monat geplant werden, wenn entsprechende Fach-Informationsportale genutzt werden.

Besondere Anforderungen / Erfolgsfaktoren:

Die körperlichen Anforderungen sind gering. Die Tätigkeit wird überwiegend im Büro in sitzender Arbeitsweise ausgeführt. Die Voraussetzungen zur Bedienung von Computern und Bildschirmarbeit sind zu erfüllen. Die Tätigkeit erfordert die Fähigkeit zur Planung, Organisation und Korrespondenz. Weiter sind gute Kommunikationsfähigkeiten, Bereitschaft zur Arbeit in und mit Netzwerken und ein überzeugendes Auftreten notwendig. Besondere gesundheitliche Belastungen treten nicht auf. Auch Menschen mit geringer körperlicher Behinderung können diesen Beruf nahezu ohne Einschränkung ausüben. Wesentliche Erfolgs- und Akzeptanzfaktoren sind:

  • Seriosität durch Nachweis einer fundierten Ausbildung
  • Unabhängigkeit im Beratungsprozess
  • Expertenstatus durch fortlaufende Weiterbildung
  • Kommunikative und soziale Kompetenz
  • Kooperations-, Netzwerk- und Qualitätsbewusstsein
  • Fähigkeit zur ganzheitlichen Betrachtung der Personalsituation in Firmen

Investitionen / Zeitaufwand:

Für die selbständige Berufsausübung, die am häufigsten gewählt wird, sollten folgende Investitionen kalkuliert werden:

  • Ausbildungskosten ( ca. € 2.500.- förderfähig!)
  • Normale Arbeitsinfrastruktur (Laptop, Drucker, Internetanschluss)
  • Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung
  • Monatspauschale für Software/Entgelt-Dienstleisteranbindung ca. € 50.- mtl.
  • Werbebudget zum Start: ca. € 1000.-

Der zeitliche Aufwand für die Ansprache der Zielgruppen ist sehr unterschiedlich und wird hier nicht näher betrachtet. Wenn bereits Kontakte zur Zielgruppe bestehen, ist dieser Aufwand vernachlässigbar. Der Aufwand für den Aufbau eines Netzwerkes, für Werbung und für die fortlaufende Firmenakquise ist ebenfalls zeitlich nicht erfasst. Dieser Aufwand muss individuell betrachtet werden. Üblicherweise werden neue Firmenkontakte neben der Direktansprache über regionale Veranstaltungen und Kooperationen mit entsprechenden Netzwerken aufgebaut. Die Information von Mitarbeitern einer Firma erfolgt normalerweise in einer firmenintern durchgeführten Informationsveranstaltung. Weiterer Zeitaufwand entsteht für:

  • Erstgespräch/Vorstellung im Unternehmen, Vorstellung der Möglichkeiten zur Entgeltoptimierung, Erstanalyse zu den Gehaltsstrukturen, zur Tarifbindung und zu tarifliche Vorgaben, Zusammenstellung einer Auswahl geeigneter Sachlohnbausteine, Einbindung des Steuerberaters, evtl. Einbindung des Betriebsrates: ca. 8-10 h
  • Informationsvortrag für die Mitarbeiter im Unternehmen incl. Vorbereitung: ca. 2 h
  • Individuelle Berechnungen für die Mitarbeiter erstellen (Software!), E-Mail-Versand an den Mitarbeiter.
  • Arbeitsvertragliche Zusatz-Vereinbarungen für den Mitarbeiter erstellen (Softwaregestützt!): ca. 30 min/MA

Fortlaufende Betreuung der beratenen Unternehmen/Mitarbeiter (empfehlenswert ist Newsletterversand): ca. 4-6h / Quartal

Einkommenssituation:

Aktives Einkommen

Die Einkommensmöglichkeiten in diesem Beruf sind v.a. für selbständige Berater lukrativ. Betriebliche Entgeltberater rechnen Honorare mit den beratenen Unternehmen und mit dem Entgeltdienstleister ab. Die Jahreseinkommen liegen bei nebenberuflich Tätigen bei ca. € 40.000.- (2017), unterstellt man die Beratung von 400 Arbeitnehmern mit jeweils 4-5 vermittelten Entgeltbausteinen.

Bei Vollzeitberatern liegt das anfängliche Jahreseinkommen bei € 80.000.- bis € 100.000.- (geprüft 2017), wenn man die vertragliche Vermittlung von 4-5 Entgeltbausteinen pro AN an ca. 1000 Arbeitnehmer unterstellt.

Arbeitnehmerberatungen können bei guter Organisation weitgehend digitalisiert durchgeführt werden.

Passives Einkommen

Bei der Wahl des Entgeltdienstleisters sind Vereinbarungen bekannt, die dem betrieblichen Entgeltberater ein passives, wachsendes Einkommen ermöglichen. Diese zahlen monatlich das vereinbarte Honorar für einmal vermittelte Verträge, solange der Vertrag mit der beratenen Firma und dem Entgeltdienstleister besteht. Auch hier gilt es bei der Entscheidung für einen Entgeltdienstleister, darauf zu achten, dass diese vertraglichen Vereinbarungen dauerhaft bestehen und auch über die aktive Berufsausübung des Fachberaters hinaus unkündbar sind.

Hinweise / Beratungsförderung:

In jedem Fall sollte eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden, die genau diesen Bereich der Unternehmensberatung abdeckt. Aus Gründen der Haftungsreduktion und der organisatorischen Optimierung ist die Zusammenarbeit mit einem kompetenten Entgeltdienstleister, der die getroffenen arbeitsvertraglichen Vereinbarungen zur steuerfreien Entgeltgestaltung im beratenen Unternehmen dauerhaft und rechtssicher umsetzt, unverzichtbar.

Die Grenzen zur Beratungserlaubnis zu rechtlichen / steuerlichen Fragestellungen müssen beachtet werden. Rechts- und Steuerberatungen dürfen nur von den jeweiligen Berufsträgern ausgeübt werden. Durch Kooperationen mit entsprechenden Berufsträgern kann diese Thematik aber sicher gelöst werden.

Beratungshonorare werden vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle mit insgesamt € 4.500.- p.a. (50% aus maximal 3 x € 3.000.- Beratungshonorar p.a./ Firma) gefördert, sofern der Berater ein Qualitätsmanagementsystem nach DIN ISO 9001 für seine Tätigkeit eingeführt hat und beim Bundesamt gelistet ist.

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird die gewohnte männliche Sprachform verwendet. Dies bedeutet jedoch keine Benachteiligung des weiblichen Geschlechts. Es soll im Sinne der sprachlichen Vereinfachung als geschlechtsneutral verstanden werden.

©Kornelia Knoppik, Sachverständige Gutachterin für Berufskunde, Tätigkeitsanalysen, Aus- und Weiterbildung